Unsere Teepflanzen

Aktueller Stand
Zuletzt aktualisiert: Dezember 2025
Nach drei Jahren Experiment haben wir noch 20 Pflanzen. Der Rest wurde von Wühlmäusen gefressen, trotz Waldkauz-Nistkasten. Die Käuze helfen, aber gegen unsere Population scheint es, als würde diese Maßnahme noch nicht ausreichen.
Die überlebenden Pflanzen sind robust, haben geblüht und uns den ersten Tee geliefert. Jetzt planen wir die Erweiterung.
Unsere Kultivare
Aktuell im Feld:
- 100× Sochi
- 100× Korea
- 100× Small Leaf
Bezogen von Camellia Forest Nursery (North Carolina, USA).
In Vorbereitung (Aussaat 2026):
- 2000× Korea
- 2000× China
- 500× Japan
- 500× Taiwan
Bezogen von Tschanara Teagarden (Deutschland).
Alle Kultivare haben sich in kälteren Klimazonen bewährt. Die genauen Eigenschaften lernen wir noch kennen.
Standort
| Faktor | Wert |
|---|---|
| Höhenlage | 478–488 m |
| Ø Jahresniederschlag | ~1160 mm |
| Ø Jahrestemperatur | 11,6 °C |
| Tiefste Temperatur (5 cm) | -14 °C |
| pH-Wert | 4,5–5,5 (Labortest) |
| Ausrichtung | Waldrand, Halbschatten |
| Drainage | Leichte Hanglage |
Jahreskalender
| Monat | Was passiert |
|---|---|
| Januar – Februar | Vorfrühjahrsdüngung (~25%) 1 |
| März | Frostschäden prüfen |
| Mai | Formschnitt, Unkraut jäten |
| Juni – August | Ernte möglich, Sommerdüngung (~20%), bei Trockenheit wässern |
| Oktober – November | Basisdüngung (~55%), Wintermulch aufbringen 1 |
| Dezember | Winterruhe |
Pflege
Düngung
Was wir über Tee-Düngung gelernt haben:
Warum Stickstoff? Tee braucht vor allem Stickstoff (N). Er steuert die Synthese von L-Theanin, der Aminosäure, die für den Umami-Geschmack verantwortlich ist. Das optimale NPK-Verhältnis liegt bei 3:1:1 bis 3:1:2 2.
Warum langsame Freisetzung? Wir verwenden Hornspäne (ca. 12–14% N). Langsam freisetzende Dünger sind effizienter: Bei halber Menge wurde in Studien 31% mehr Ertrag erzielt, weil die Pflanzen den Stickstoff besser aufnehmen können 3. Schnell lösliche Dünger führen außerdem zu Wachstumsschüben, die vor dem Winter nicht ausreifen.
Timing: Düngung auf 3–4 Gaben pro Jahr verteilen (siehe Jahreskalender).
Mengen: Kommerzielle Plantagen verwenden 300–450 kg N/ha/Jahr 2. Bei unserer geplanten Erweiterung auf 5000 Pflanzen werden wir uns an diesen Richtwerten orientieren.
Anfangs haben wir auch Klee als Gründüngung verwendet. Für unsere kleine Fläche hat das funktioniert, aber die Methode skaliert nicht gut.
Winterschutz
Im Herbst mulchen wir den Wurzelbereich der Pflanzen. Bisher haben wir gehäckselte Zapfen und Äste von Nadelbäumen verwendet, aber auch „Waldboden”, eine Einstreu, die bei uns als Abfall anfällt und sich gut wiederverwerten lässt. Die Mulchschicht isoliert den Wurzelbereich gegen Frost (hält gleichzeitig Feuchtigkeit und den pH-Wert niedrig).
Schnitt
Tee wächst von Natur aus in die Höhe. Ohne Schnitt würde die Pflanze zum Baum werden. Durch regelmäßiges Zurückschneiden verzweigt sie sich stärker und bildet mehr Blattmasse.
Das Ziel ist eine Pflücktafel: eine flache, dichte Oberfläche auf bequemer Arbeitshöhe, von der die jungen Triebe geerntet werden. Wir schneiden jedes Jahr zurück, um diese Form zu entwickeln und zu erhalten.
Probleme & Lösungen
Wühlmäuse: Das größte Problem. An unserem Standort gibt es generell sehr viele Wühlmäuse. Bei Nahrungsknappheit bevorzugen sie die Wurzeln von immergrünen Pflanzen, und die Pfahlwurzel der Teepflanzen bietet sich an. Wir haben beobachtet, dass die komplette Wurzel bis auf 2 cm unter der Oberfläche abgefressen wird. Bei Jungpflanzen verschwindet teilweise die gesamte Pflanze. Unsere Gegenmaßnahme ist durch unseren Namen bekannt: Waldkauz-Nistkästen.
Auspflanzen ohne Abhärtung: Ein Fehler aus der Anfangszeit. Wir haben vorgezogene Pflanzen ohne Gewöhnungsphase direkt ins Freiland gesetzt. Die Blätter sind zur Gänze verbrannt und abgefallen. Viele Pflanzen haben das nicht überlebt. Seitdem setzen wir auf Direktaussaat, weil es praktischer ist und die Pflanzen von Anfang an an den Standort gewöhnt sind.
Trockenheit: Eine Dürreperiode im Sommer hat einigen Jungpflanzen zugesetzt. Die Blätter wurden schlapp und sind abgefallen. Dagegen helfen Bewässerung und Beschattung. Beides ist für die Erweiterung geplant.
Frostschäden: Weniger schlimm, aber erwähnenswert. Junge Blatttriebe, die im Herbst nicht genug Zeit hatten, sich auf den Winter vorzubereiten, sterben ab und werden im Frühling braun. Da der erste Rückschnitt ohnehin im Frühling erfolgt, ist der Verlust gering.
Unsere Geschichte: Die ersten drei Jahre →
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Footnotes
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Die Herbst-Basisdüngung ist die wichtigste Gabe: Studien mit ¹⁵N-Isotopen zeigen, dass Oktober-Düngung 3,6× mehr Stickstoff zur Frühjahrsernte beiträgt als Februar-Düngung. Frühe Vorfrühjahrsdüngung (Ende Januar) erhöht die Stickstoffeffizienz um 45–51% im Vergleich zu März. (Zhang et al., 2025, Agronomy, DOI: 10.3390/agronomy15051090) ↩ ↩2
-
Tang et al. (2020). Temporal variation in nutrient requirements of tea in China based on QUEFTS analysis. Scientific Reports. DOI: 10.1038/s41598-020-57809-x ↩ ↩2
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Wu et al. (2018). Controlled-release fertilizer effects on tea yield and nitrogen use efficiency. Environmental Science and Pollution Research. DOI: 10.1007/s11356-018-2646-2 ↩